Leserbrief an den „Falter“

Florian Klenk - Falter - Foto Marcus J. Oswald

(Wien, im März 2011) Am 14. März 2011 schrieb der Herausgeber dieses Journals einen Leserbrief an die Zeitung Falter. Grund war, dass man der Geschäftsführerin des Subventionsvereins AÖF, Maria Rösslhumer, monoton viel Raum für einen Leserbrief gab. Auf diesen Brief wurde erwidert. Es darf erwähnt sein: Der Leserbrief wurde – auch in gekürzter Form – nicht berücksichtigt, obwohl er persönlich, und auf CD gebrannt in der Wiener Marc Aurel-Straße abgegeben wurde. Doch dazu gibt es das Internet. Damit nichts vergessen und ignoriert wird. Daher der Leserbrief zum Nachlesen.

Ersichtlich aus dem Brief der Frauenhaus-Leiterin war folgendes: Bei jeder Verkündigung einer politischen Botschaft kommt es auf das sogenannte Wording an. Maria Rösslhumer beherrscht das gewaltig: Sie verwendet das Wort Gewalt in den letzten zwei Absätzen sieben (!) Mal. En passant: Der Leserbrief ist eine Reaktion auf einen Artikel des zweiten Chefredakteurs. Der befürwortete den Ausbau der Gemeinsamen Obsorge. Was ganz nebenbei zeigt: Das Frauenhaus darf zwar in der Wiener Stadtzeitung inserieren, hat aber keine Garantie, dass auch seine Thesen übernommen werden. Nur ein Privileg bleibt: Inserierende Werbekunden dürfen in der Stadtzeitung mit Foto einen Leserbrief veröffentlichen. Das durfte Maria Rösslhumer. (Ausgangsbrief in Falter 10/11, 9. März 2011, S. 4 ist derzeit technisch nicht vorhanden. )

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Liebe Redaktion! Sirs!

Der „Falter“ gibt leider Frau Rösslhumer eine Plattform für Gewaltfantasien. Dass man dem Verein AÖF in seiner parteilichen Weise so viel Raum gibt, um seine Thesen zu verbreiten, überrascht. Spektakulär wird von den Damen des AÖF traditionell in allen Ebenen über „Gewalt“ spekuliert und gutes Geschäft gemacht. Der Verein AÖF betreut österreichweit gerade einmal 750 Personen (Quelle: Woman, 5/11, S.37) und nimmt an Förderungen für politische Kampagnen in allen Lagen (Häuser, Folder, Hotlines, dies und das) seit dem Jahr 2001 laut meinen nach oben noch unvollständigen Berechnungen 65 Millionen Euro Steuergeld dafür ein.

Alleine die vier „Wiener Frauenhäuser“ wurden ab 2001 bis 2011 mit knapp 45 Millionen Euro unterstützt (mehr als eine halbe Mrd. ATS). Hinzu gezählt werden muss der 1998 gegründete Spin-Off Verein „Interventionsstelle Wien“, der aus rochiertem Ex-Frauenhaus-Personal besteht und im Triennium 5,65 Millionen Euro bezieht (Zahlen aus Rauch-Kallat-Zeit, also 2004 – 2006, fortfolgend), demnach seit Gründung noch einmal 15 Millionen Euro für die Frauenrechteszene.

Dazu beantragen neue Vereine wie „Frauenrechtsschutz-Verein“ und weitere ihre Subventionen. Warum sind diese Zahlen so wichtig? Weil Väterrechtevereine nicht Frauen angreifen, sondern Kinderrechte neu definieren wollen, aber Frauenrechtevereine Männern und Vätern in jeder ihrer „Kampagnen“ mit der Faust ins Gesicht fahren. Der Mann sei Gewalttäter, der Mann sei kinderlieblos, der Mann sei bindungsunfähig, er kann dies und das nicht. Er soll nur zahlen. Doch auch hier ist das Argument der Frau Rösslhumer schwach: Österreich zahlte 2010 112 Millionen Euro Unterhaltsvorschuss. Das System wurde umgestellt und es wird nun prompt und sofort nach Antragsstellung ausgezahlt. Es muss kein Kind in Österreich hungern.

Aus der Innenkenntnis der Väterrechtevereine (ich kann mich als einer der „Mitgründer“ der Väterrechteszene ab Herbst 2006 schimpfen) weiß ich aus vielen langen, persönlichen Einzelgesprächen, dass die derzeit neun bestehenden Väterrechtevereine politisch uneins sind und keineswegs, das möchte ich betonen, alle den Freiheitlichen nachlaufen wie stets behauptet wird. Im Gegenteil: Sie wollen unabhängig ihre Forderungen entwickeln und darstellen und nicht als Anhängsel einer Partei gesehen werden. Dennoch müssen sie sich von Frauenrechtsanwältin Helene Klaar, der alten Dame des Wiener Feminismus, wörtlich als „präfaschistischer Mob mit ein paar Geisteskranken“ bezeichnen lassen. Wenn man über Gewalt redet: Diese Sprache ist gewalttätig. Es sollte zum Abrüsten der Sprache kommen.

Was ich auf jeden Fall anfügen möchte, ist, dass alle Väterrechtevereine ohne jede Subvention arbeiten. Ich beschreibe deren (manchmal kreatives, manchmal agitatorisches) Tun regelmäßig und kann für 95 Prozent die Hand ins Feuer legen. Fünf Prozent sind angeschlagen und leiden persönlich sehr. Diesen fünf Prozent, denen alles zu viel wird, hilft aber die Gemeinschaft der Vereine und fängt sie auf. Daher ist es grundsätzlich gut, dass es diese Vereine, in denen viel Idealismus herrscht, gibt.

Was aber ungerecht ist: Der AÖF (26 Häuser, öweit) und die Interventionsstelle (10 Büros, öweit) bezogen in den letzten zehn Jahren (2001-2011) für ihre Gewaltpropaganda zu Lasten des Mannes in Summe 80 Millionen Euro Subvention. Dabei ist das, was sie tun: Vereinsarbeit! 80 Millionen Euro! Die Väterrechtevereine bezogen: Null Euro. Daher sollte man mit Kritik an ihrer Arbeit maßvoller sein.

Und seitens der Zeitungen auch manchmal mit ihnen reden. Sie freuen sich. Sie haben ganz alltägliche Probleme. Die meisten Aktivisten haben ein gutes Herz und beste Absichten. Und die meisten sind noch immer von der leidigen AÖF-Kampagne „verliebt.verlobt.verprügelt“ (Start: 2007) traumatisiert. Diese Kampagne hat viele gekränkt, die heute Aktivisten wurden. Ob es gut oder schlecht ist, kann man schwarz-weiß nicht sagen. Es entstand eine neue Debatte über die Geschlechterfrage. Nicht in Akademikerzirkeln, sondern von einer sozialen Einheit, die es eigentlich gar nicht gibt: Scheidungsväter. Debatte ist nie schlecht.

Marcus J. Oswald
Redaktionsbüro Oswald
Herausgeber von

www_vaterrecht.wordpress_com

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Match in „Ganze Woche“ (24. Februar 2011)

Frauentag (16 Tage) – Tag 1 – Anmerkungen zur „Kronen Zeitung“ (24. November 2009) – Dieser wichtige Artikel zeigt, dass 0,15% aller Frauen „von Gewalt“ betroffen sind, nicht 20%, wie Frauenhaus-Rösslhumer weißmachen will.

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