Erstes Scheidungsmagazin erschienen – Agrarverlag

scheidung_magazin 2010

(Wien, im Oktober 2010) Manche Blüten des Scheidungswesens sind verwelkt: Die „Wiener Scheidungsmesse“ aus den Jahren 2007 und 2008 ist Geschichte. Eventveranstalter Anton Barz warf nach zwei Jahren das Handtuch, da die Besucher nur in Hunderten, aber nicht in Tausenden kamen. Die Messe wurde von keinen öffentlichen Einrichtungen, weder von der progressiven Seite (SPÖ) noch von den Konservativen (ÖVP) finanziell unterstützt. Damit war die Scheidungsmesse, die sich als Beratungsmesse verstand, nach zwei Jahren erledigt.

Das Thema Scheidung als Wirtschaftsmarkt betrifft seither hauptsächlich Anwälte, die im Stillen daran verdienen.

Erste Scheidungszeitschrift

Seit September 2010 gibt es eine neue Zeitschrift, die der Agrarverlag herausgibt. Sie heißt schlicht: „Scheidung“. Das Heft hat knapp 100 Seiten und erscheint im Quartal. Die Auflage beträgt 30.000 Stück. Eine Ausgabe kostet 8,90 Euro. Das Jahresabo kostet 29 Euro.

Das Abonnement der Printzeitschrift berechtigt übrigens Web-Schnorrer noch nicht, das Internetportal der Zeitschrift nächtelang „abzugrasen“. Der Zutritt zum Webportal kostet extra noch weitere 198 Euro – pro Jahr.

Man mag den Tarif für das Online-Portal hoch bezeichnen. Gemessen daran, wieviel Geld, manchmal bis zu 25.000 Euro und mehr, gewisse Scheidungsfiguren in „Rechtsberatung“ buttern, sind knapp 200 Euro pro Jahr gerechtfertigt. Der Verlag ahnt, was längst bekannt ist: Scheidungswillige oder Scheidungsbetroffene, je nach Sichtweise, meinen, dass sie in nächtelanger Einsamkeit das gesamte Internet kostenlos kannibalisieren könnten.

Der Schritt des Agrarverlages ist richtig und nachvollziehbar: Informationen zum Scheidungswesen werden nicht kostenlos bereitgestellt. Wer tausende Euros in Anwälte ausgibt, kann ein paar Hunderter in Medieninformation investieren. Das schadet nicht und schafft Arbeitsplätze.

Kostenpflichtiges Portal

Man kann es auch als Solidaritätsbeitrag von Unsolidarischen sehen. Denn es gibt keine egoistischere Bevölkerungsgruppe als Scheidungswillige. Sie setzen vor jeden Satz das Wörtchen „ICH“.

Daher erkannte der Verlag: Wer den Fehler begeht zu heiraten, ohne vorher das Eherecht einmal gelesen zu haben, der soll hinterher in die Tasche greifen. Wenn ein Fahrzeuglenker ohne Lenkerberechtigung in den Wagen steigt und einen Unfall baut, kommt er ins Gefängnis. Wer dumm heiratet, reihenweise Kinder macht und sich dann scheiden lässt, kommt nicht ins Gefängnis. Er soll aber zumindest für die Spezialinformation zahlen, die ihm helfen soll, seinen Hals aus der Schlinge einer verfahrenen Vertragssituation zu retten.

Die allererste Nummer der Zeitschrift „Scheidung“ behandelt die Themen Anwaltskosten, Verschuldensfrage, Scheidungsformen und Eifersucht.

Übrigens, die beste Lösung spricht die Zeitschrift nach raschem Durchblättern nicht an: Nicht heiraten!

Externer Link: Zeitschrift Scheidung

[update: Die Zeitschrift wurde mittlerweile wieder vom Markt genommen.]

Marcus J. Oswald 

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Eine Antwort zu Erstes Scheidungsmagazin erschienen – Agrarverlag

  1. Anton Barz schreibt:

    Der erste Absatz dieses Berichts ist falsch! Mit mir hat niemand bezüglich Scheidungsmesse gesprochen, schon gar nicht der Verfasser dieses Beitrags. Einfach aus den Fingern gesaugt! Mfg Anton Barz

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