Frauentag (16 Tage) – Tag 1 – Anmerkungen zur „Kronen Zeitung“

(Wien, im November 2009) Bald ist „Internationaler Frauentag“. Besser: „Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen“. Traditionell zum 25. November 2009 blasen Medien die einschlägigen Schicksalsgeschichten hinaus. Einige Geschichten haben tatsächlich ein Schicksal. Mit der überproportionalen Berichterstattung wird aber ein Klima der Angst suggeriert.

Kampagne

Die Wiener Frauenrechtlerinnen aus dem Umfeld der SPÖ dehnen den „Frauentag“ gleich auf 16 Tage aus. Da liest man dann schräge Metaphern, kuriose Vergleiche und merkwürdige Tabellen. Wie der alte Satz der Emma-Gründerin, wonach jedes fünfte Kind Opfer sexueller Gewalt sei, nicht stimmt, stimmen manche sehr frei gestaltete Interpretationen von Zahlenwerken nicht, sobald sie über die Tische der Kampagnenleiterinnen der subventionierten Frauenrechtsgruppen wandern. Nach dem alten Satz von Winston Churchill bleibt die beste Statistik die, die man selbst fälscht.

Selbsterzeugte Statistiken

In Österreich, vor allem in der Hauptstadt Wien, werden die meisten Wegweisungen und Einstweiligen Verfügungen im häuslichen Bereich von der „Interventionsstelle Wien“, ein Subverein des AÖF, erzeugt. Die Aussage von Multiobfrau Rosa Logar, wonach das Innenminsterium dem Verein „Interventionsstelle Wien“ umso mehr Subvention zahlt, je mehr Wegweisungen und Einstweilige Verfügungen gegen Männer der Verein im Jahr „bringt“, ist den Kritikern der Frauenrechtsvereine noch gut im Ohr.

Deutschland: Frauen als Täterinnen

In Deutschland konzentriert sich alles auf die „Bild Zeitung“. Diese berichtete vor einiger Zeit, dass in Deutschland jeden dritten Tag ein Kind von der eigenen Mutter umgebracht wird. Macht 120 Kindmorde im Jahr durch Frauen.

Österreich: Frauen als Opfer

In Österreich konzentriert sich alles auf die „Kronen Zeitung“ wie der Hase auf die Schlange. Diese, gelenkt von einem politisch beschlagenen, aber in das Alter gekommenen Greis, der vornehmlich Medienkaufmann ist und dessen Zeitung pro Jahr mit rund 20 Millionen Zuschuss vom „Presseinformationsdienst der Stadt Wien“ (PID) gekauft ist, dieser greise Herausgeber Hans Dichand schreibt sein Blatt natürlich nicht gegen die Parteilinie der SPÖ, die ihm einen satten Anteil am Jahresumsatz beisteuert.

Werbebeiträge in eingekauften SPÖ-Zeitungen

Daher kommen Berichte wie dieser in der Vorschau zum „Frauentag“. Ein Werbebeitrag, der Anzeigen von Verurteilungen nicht unterscheiden kann, der eine Infografik mit einem Suggestivfoto bringt, in dem ein Mann eine Frau bei den Haaren zieht, der mit der Scheidungsrhetorik „reinste Hölle“ arbeitet und der behauptet, dass „jede fünfte Frau“ von ihrem Mann misshandelt wird. Der Beitrag malt das ab, was die plumpe Kampagne der Frauenhäuser vorgibt. Es wird nichts hinterfragt, die „Anzeigen-Statistik“ übernommen und in eine Grafik eingebaut. Das Interessante an der Grafik ist, dass die häusliche Gewalt offenbar so groß nicht sein kann, wie es der „Kronen Zeitung“-Werbetext für das Frauenhaus signalisiert.

FOTO

Nun die Populationszahlen in den Bundesländern, daneben die Wegweisungen nach HG (DV), daneben der Prozentsatz. Das zeigt, dass die Kampagne rund um die Häusliche Gewalt (Domestic Violance) eine Kampagne ist. Wo das Zahlenwerk nicht aussagekräftig genug ist, schmückt man es mit Emotionen aus, mit Bildchen und mit plastischen Sprüchen.

Die Tatsachen zum Thema Wegweisungen und Betretungsverbote (Bezug zur „Krone“-Infografik, mit der Volksverblödung betrieben wird):

  • Vorarlberg: 186.481 Frauen – betroffene Männer mit Wegweisung/Betretungsverbot: 263 (0,14%)
  • Tirol: 359.914 Frauen – betroffene Männer mit Wegweisung/Betretungsverbot: 368 (0,10%)
  • Salzburg: 272.338 Frauen – betroffene Männer mit Wegweisung/Betretungsverbot: 436 (0,16%)
  • Kärnten: 288.838 Frauen – betroffene Männer mit Wegweisung/Betretungsverbot: 274 (0,09%)
  • Steiermark: 618.025 Frauen – betroffene Männer mit Wegweisung/Betretungsverbot: 655 (0,10%)
  • Burgenland: 144.696 Frauen – betroffene Männer mit Wegweisung/Betretungsverbot: 142 (0,09%)
  • Oberösterreich: 717.679 Frauen – betroffene Männer mit Wegweisung/Betretungsverbot: 855 (0,11%)
  • Niederösterreich: 819.059 Frauen – betroffene Männer mit Wegweisung/Betretungsverbot: 766 (0,09%)
  • Wien: 880.183 Frauen – betroffene Männer mit Wegweisung/Betretungsverbot: 2.825 (0,32%)

Die Zahlen, mit denen die „Kronen Zeitung“ für die Abteilung politischer Feminismus aus den Reihen der SPÖ Reklame macht – unreflektiert und durchsichtig – sind so mager, dass man sich eigentlich schämen müsste, dieses Zahlenwerk für irgendeine Beweiskraft heranzuziehen.

Wegweise-Quote: 0,15%

Von insgesamt 4.287.213 Frauen in Gesamtösterreich sind 6.584 Ehemänner, Väter, Lebensgefährten, Freunde, Lover, Zufallsbekanntschaften, Saufkumpanen oder sonstige männliche Wesen mit einer Wegweisung oder einem Betretungsverbot konfrontiert gewesen. 0,15 % – alles andere ist politische Propaganda.

Undifferenziert

Dazu diese Anmerkung: Eine Wegweisung nach SPG dauert in der ersten Stufe 10 Tage. Weder sagt diese „Statistik“ der „Krone“ (mit Bild Mann reisst Frau am Haarschopf), wieviele Wegweisungen/Betretungsverbote nach 10 Tagen wieder endeten. Weder sagt diese Statistik etwas darüber aus, wieviele Männer die „Wegweisung“ vor dem UVS erfolgreich bekämpft hatten und zur Aufhebung brachten. Weder sagt diese propagandahaft eingesetzte Statistik der „Kronen Zeitung“ vom 24. November 2009 auf Seite 8 etwas darüber aus, ob daraus eine gerichtliche Verurteilung wurde oder nicht (es gehört zur grundlegend polizeistaatlich orientierten und polizeifreundlichen Methode der „Kronen Zeitung“, dass man über den Unterschied zwischen Polizeistaat und Rechtsstaat gerne hinwegsieht und Strafanzeige mit Verurteilung gleichsetzt). Endlich: Weder sagt diese „Statistik“ irgendetwas darüber, wieviele „Wegweisungen“ gezielt im Scheidungsverfahren „eingesetzt“ wurden.

Somit bleibt es bei der Verblödung durch die „Kronen Zeitung“. Denn eine komplexe Statistik kann man nicht so vereinfacht einsetzen. Es sei denn, man verfolgt politische Ziele. Was an diesem Tag geschah. Der Tag vor dem ersten, an dem der 16-tägige Frauentag beginnt. Publiziert in der „Kronen Zeitung“. Sponsored by: SPÖ.

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Marcus J. Oswald

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