Zwillinge – vor der Geburt getrennt

unterhalt zwillinge

(Wien, im März 2016) Strenge Rechnung – gute Freunde. In Vietnam gilt das auch nach der Scheidung zwischen Mann und Frau. Das geht aus einem Artikel hervor, den orf.at am 4. März 2016 auf seiner Plattform berichtet hatte.

Demnach lebt eine Kindesmutter trotz Zwillingen mit ihrem Ehemann in Scheidung und fordert vollen Unterhalt (genauer wohl: Alimente) für beide Mädchen, die zwei Jahre alt sind. Jedoch stach dem 34-jährigen Kindvater seit längerem ins Auge, dass die beiden Stammhalterinnen weder ihm noch sich selbst ähnlich sahen. Ein Mädchen hatte dicke, lockige Haare, das andere überhaupt nicht. Er ließ sich zum Vaterschaftstext überreden und es stellte sich heraus, dass kein biologisches Wunder der „eineiigen Zwillingsgeburt“ (sogenannter „Goldener Schuss“) vorlag, sondern die beiden Kinder aus zwei Eizellen stammten, die jedoch – bitter für den gehörnten Vietnamesen – von zwei Stammvätern befruchtet wurden.

Kein „Goldener Schuss“

Der Vaterschaftstest bewies, dass zwei unterschiedliche Väter in der gleichen Fruchtbarkeitsperiode der Frau ein Kind zeugten und diese beiden Kinder folglich zeitgleich zur Welt kamen. Das ist dann schon wieder ein biologisches Wunder, tut aber rechtlich nichts zur Sache. Denn der Vaterschaftstest hatte die Aufgabe nachzuweisen, ob der 34-Jährige die vollen Alimente für zwei Kinder zahlen muss. Das entschied das Gericht in Vietnam weise: Nein. Nur für eines.

In den USA gab es 2015 einen ähnlichen Fall, die Entscheidung des Gericht verlief ähnlich: Der Vater muss nur für ein Kind Alimente aus einer doppelt befruchteten Zwillingsgeburt zahlen. In Österreich, das kann man am Rande erwähnen, ist derzeit kein einziger solcher Fall bekannt. Die Entscheidung wäre, gäbe es einen solchen Kuckuckskind-Fall, wohl die gleiche wie im Ausland: Strenge Rechnung – gute Freunde.

Marcus J. Oswald

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Väter ohne Rechte-Verein kritisiert Diskussion in ORF Kultur.Montag

Martin Stiglmayr - Vaeter ohne Rechte - Luca Demo - Korneuburg 25-09-2008 - Foto Oswald - blaulicht und graulicht - vaterrecht

Martin Stiglmayr hat sich zwar offiziell als Obmann aus dem Verein „Väter ohne Rechte“ zurückgezogen, ist aber nach wie vor ein aktiver Beobachter und Kritiker der Familienpolitik. Hier im Archiv-Bild am Platz vor dem Landesgericht Korneuburg bei einer Rede am 25. Septmeber 2008. (Foto: Marcus J. Oswald)

(Wien, im Februar 2016) Der Verein „Väter ohne Rechte“ ist zwar manchmal auf Grund von Aussichtslosigkeit der Umsetzung der Ziele ermüdet, aber er macht noch immer sehr präzises Medienscreening. Dabei fällt meinen früheren Freunden immer noch Essentielles auf. Etwa die Wurstigkeit und Unpräzisheit der ORF-Journalisten, die oberflächlich über komplexe Themen gehen. Im „Kultur.Montag“ war eine einseitig zusammengesetzte Gesprächsrunde, die alte Thesen vertreten hat, die nicht mit dem Jahr 2016 in Einklang zu bringen sind. Teilnehmer waren unter anderen Helene Klaar, die mittlerweile weit über 70-jährige Frauenrechtsanwältin. Daher erwog man im Verein „Väter ohne Rechte“ (1200 Wien, Klosterneuburgerstraße) eine Stellungnahme (http://www.vaeter-ohne-rechte.at/stellungnahme_orf_kulturmontag/), die ich gutheiße. Die Stellungnahme wird zwar nichts korrigieren, denn die Sendung „Kultur.Montag“ ist gelaufen. Der Verein zeigt dennoch Flagge und bohrt eben sehr dickes Holz.

Einladungspolitik des ORF bevorzugt Frauen

Kürzlich kam wieder ein anderes Thema auf. Im „Standard“ äußerte sich ein Vertreter der Männerberatung Wien. Er kritisierte, dass eine tiefe Kluft zwischen den Aktivisten beider Seiten vorliege und er findet das schlecht. Erich Lehner hat einen anderen Zugang, sagte er im „Standard“, sei ein profeministischer Männerberater (http://derstandard.at/2000031428437/Risikofaktor-Maennlichkeit). Das sei ihm unbelassen. Doch dazu eine Anmerkung:  Natürlich ist es so. Es stimmt, dass die Vätervereine die Familiendebatte „von einer rechten Position“ her führen. Die „rechte Position“ ist aber nicht Deutschtum oder Ausländerfeindlichkeit, sondern die „rechte Position“ ist die Forderung von Punkten wie „Gemeinsame Obsorge“ und „Doppelresidenz“ nach einer Scheidung/Trennung für Kinder. Wenn das „rechts“ ist, weil auf der „linken Position“ zu diesen Themen das Blatt leer bleibt, soll das Recht sein. Wenn es darum geht, dass man das Alleinerziehenden-Unwesen kritisiert und eitle Monopolstellungen von Frauen beim Thema Kindeserziehung,  ist das eine gerechte Position, die nicht rechtsaußen ist, sondern durchaus allgemein und mit gutem Gewissen vertretbar. (mjo)

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Leserbrief an den „Falter“

Florian Klenk - Falter - Foto Marcus J. Oswald

(Wien, im März 2011) Am 14. März 2011 schrieb der Herausgeber dieses Journals einen Leserbrief an die Zeitung Falter. Grund war, dass man der Geschäftsführerin des Subventionsvereins AÖF, Maria Rösslhumer, monoton viel Raum für einen Leserbrief gab. Auf diesen Brief wurde erwidert. Es darf erwähnt sein: Der Leserbrief wurde – auch in gekürzter Form – nicht berücksichtigt, obwohl er persönlich, und auf CD gebrannt in der Wiener Marc Aurel-Straße abgegeben wurde. Doch dazu gibt es das Internet. Damit nichts vergessen und ignoriert wird. Daher der Leserbrief zum Nachlesen.

Ersichtlich aus dem Brief der Frauenhaus-Leiterin war folgendes: Bei jeder Verkündigung einer politischen Botschaft kommt es auf das sogenannte Wording an. Maria Rösslhumer beherrscht das gewaltig: Sie verwendet das Wort Gewalt in den letzten zwei Absätzen sieben (!) Mal. En passant: Der Leserbrief ist eine Reaktion auf einen Artikel des zweiten Chefredakteurs. Der befürwortete den Ausbau der Gemeinsamen Obsorge. Was ganz nebenbei zeigt: Das Frauenhaus darf zwar in der Wiener Stadtzeitung inserieren, hat aber keine Garantie, dass auch seine Thesen übernommen werden. Nur ein Privileg bleibt: Inserierende Werbekunden dürfen in der Stadtzeitung mit Foto einen Leserbrief veröffentlichen. Das durfte Maria Rösslhumer. (Ausgangsbrief in Falter 10/11, 9. März 2011, S. 4 ist derzeit technisch nicht vorhanden. )

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Liebe Redaktion! Sirs!

Der „Falter“ gibt leider Frau Rösslhumer eine Plattform für Gewaltfantasien. Dass man dem Verein AÖF in seiner parteilichen Weise so viel Raum gibt, um seine Thesen zu verbreiten, überrascht. Spektakulär wird von den Damen des AÖF traditionell in allen Ebenen über „Gewalt“ spekuliert und gutes Geschäft gemacht. Der Verein AÖF betreut österreichweit gerade einmal 750 Personen (Quelle: Woman, 5/11, S.37) und nimmt an Förderungen für politische Kampagnen in allen Lagen (Häuser, Folder, Hotlines, dies und das) seit dem Jahr 2001 laut meinen nach oben noch unvollständigen Berechnungen 65 Millionen Euro Steuergeld dafür ein.

Alleine die vier „Wiener Frauenhäuser“ wurden ab 2001 bis 2011 mit knapp 45 Millionen Euro unterstützt (mehr als eine halbe Mrd. ATS). Hinzu gezählt werden muss der 1998 gegründete Spin-Off Verein „Interventionsstelle Wien“, der aus rochiertem Ex-Frauenhaus-Personal besteht und im Triennium 5,65 Millionen Euro bezieht (Zahlen aus Rauch-Kallat-Zeit, also 2004 – 2006, fortfolgend), demnach seit Gründung noch einmal 15 Millionen Euro für die Frauenrechteszene.

Dazu beantragen neue Vereine wie „Frauenrechtsschutz-Verein“ und weitere ihre Subventionen. Warum sind diese Zahlen so wichtig? Weil Väterrechtevereine nicht Frauen angreifen, sondern Kinderrechte neu definieren wollen, aber Frauenrechtevereine Männern und Vätern in jeder ihrer „Kampagnen“ mit der Faust ins Gesicht fahren. Der Mann sei Gewalttäter, der Mann sei kinderlieblos, der Mann sei bindungsunfähig, er kann dies und das nicht. Er soll nur zahlen. Doch auch hier ist das Argument der Frau Rösslhumer schwach: Österreich zahlte 2010 112 Millionen Euro Unterhaltsvorschuss. Das System wurde umgestellt und es wird nun prompt und sofort nach Antragsstellung ausgezahlt. Es muss kein Kind in Österreich hungern.

Aus der Innenkenntnis der Väterrechtevereine (ich kann mich als einer der „Mitgründer“ der Väterrechteszene ab Herbst 2006 schimpfen) weiß ich aus vielen langen, persönlichen Einzelgesprächen, dass die derzeit neun bestehenden Väterrechtevereine politisch uneins sind und keineswegs, das möchte ich betonen, alle den Freiheitlichen nachlaufen wie stets behauptet wird. Im Gegenteil: Sie wollen unabhängig ihre Forderungen entwickeln und darstellen und nicht als Anhängsel einer Partei gesehen werden. Dennoch müssen sie sich von Frauenrechtsanwältin Helene Klaar, der alten Dame des Wiener Feminismus, wörtlich als „präfaschistischer Mob mit ein paar Geisteskranken“ bezeichnen lassen. Wenn man über Gewalt redet: Diese Sprache ist gewalttätig. Es sollte zum Abrüsten der Sprache kommen.

Was ich auf jeden Fall anfügen möchte, ist, dass alle Väterrechtevereine ohne jede Subvention arbeiten. Ich beschreibe deren (manchmal kreatives, manchmal agitatorisches) Tun regelmäßig und kann für 95 Prozent die Hand ins Feuer legen. Fünf Prozent sind angeschlagen und leiden persönlich sehr. Diesen fünf Prozent, denen alles zu viel wird, hilft aber die Gemeinschaft der Vereine und fängt sie auf. Daher ist es grundsätzlich gut, dass es diese Vereine, in denen viel Idealismus herrscht, gibt.

Was aber ungerecht ist: Der AÖF (26 Häuser, öweit) und die Interventionsstelle (10 Büros, öweit) bezogen in den letzten zehn Jahren (2001-2011) für ihre Gewaltpropaganda zu Lasten des Mannes in Summe 80 Millionen Euro Subvention. Dabei ist das, was sie tun: Vereinsarbeit! 80 Millionen Euro! Die Väterrechtevereine bezogen: Null Euro. Daher sollte man mit Kritik an ihrer Arbeit maßvoller sein.

Und seitens der Zeitungen auch manchmal mit ihnen reden. Sie freuen sich. Sie haben ganz alltägliche Probleme. Die meisten Aktivisten haben ein gutes Herz und beste Absichten. Und die meisten sind noch immer von der leidigen AÖF-Kampagne „verliebt.verlobt.verprügelt“ (Start: 2007) traumatisiert. Diese Kampagne hat viele gekränkt, die heute Aktivisten wurden. Ob es gut oder schlecht ist, kann man schwarz-weiß nicht sagen. Es entstand eine neue Debatte über die Geschlechterfrage. Nicht in Akademikerzirkeln, sondern von einer sozialen Einheit, die es eigentlich gar nicht gibt: Scheidungsväter. Debatte ist nie schlecht.

Marcus J. Oswald
Redaktionsbüro Oswald
Herausgeber von

www_vaterrecht.wordpress_com

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Match in „Ganze Woche“ (24. Februar 2011)

Frauentag (16 Tage) – Tag 1 – Anmerkungen zur „Kronen Zeitung“ (24. November 2009) – Dieser wichtige Artikel zeigt, dass 0,15% aller Frauen „von Gewalt“ betroffen sind, nicht 20%, wie Frauenhaus-Rösslhumer weißmachen will.

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